Zum Inhalt springen

Besuch der grünen Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger und Andrea Bogner-Unden in Gammertingen

|   Aktuelles 2017

Auf Einladung der grünen Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden besuchte vergangene Woche Dorothea Wehinger, die Sprecherin der grünen Landtagsfraktion für Frauen, Kinder und Familie, das Gammertinger Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) St. Martin, dem aktuell einzigen Kifaz im Landkreis Sigmaringen. Die baden-württembergischen Regierungsparteien haben im Koalitionsvertrag den weiteren Ausbau von Kinder- und Familienzentren vereinbart.

Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg ist stolz auf die Einrichtung in seiner Gemeinde und auch die Sigmaringer Fachberaterin für kommunale Kindergärten im Landratsamt, Renate Fischer-Kuhn, die beide ebenfalls vor Ort waren, betont: „Davon hätten wir im Landkreis Sigmaringen gerne mehr“. Christine Manz kennt die Herausforderungen bestens. Seit 15 Jahren ist sie Leiterin der Einrichtung mit fünf Gruppen plus einer Präventivklasse. „Die Entscheidung, ein Kinder- und Familienzentrum sein zu wollen, ist ein großer Schritt“, beschreibt sie die erste Hürde. „Bei uns sind immer irgendwelche Leute hier - beim Turnen, beim Singkreis, beim Sprachkurs, zum Elterngespräch oder bei der Frühförderstelle. Das muss man bereits bei der Planung wissen und berücksichtigen.“ Renate Fischer-Kuhn bestätigt dies und erklärt, dass man im Landkreis Sigmaringen schon etliche Einrichtungen mit erweiterten Angeboten habe. Für den Schritt zum Kifaz benötige man jedoch die Überzeugung aller Beteiligten, so Manz weiter. Sie freut sich, dass sie in Gammertingen von den Verantwortlichen der Gemeinde vorbildlich unterstützt wird.

„Die Mauern in den Köpfen der Verantwortlichen im Landkreis müssen wir abbauen“, ist Andrea Bogner-Unden MdL überzeugt. Das Grundverständnis der Leiterin Christine Manz, dass alle Kinder gleich seien, sei eben die Basis der erfolgreichen Einrichtung in Gammertingen, befreit von Vorurteilen wie sozialer Status oder Nationalitäten. Dorothea Wehinger MdL, die selbst einmal Leiterin eines Kindergartens war, möchte für die Kinder- und Familienzentren im Kreis Sigmaringen werben. "Kinder- und Familienzentren im Land sind wichtige Begegnungs-und Erfahrungsorte, die die ganze Familie niederschwellig in ihrem Alltag unterstützen können," betont Frau Wehinger. Bürgermeister Holger Jerg hebt in dem Zusammenhang hervor, dass es wichtig sei, nicht gleich aufzugeben, wenn es Schwierigkeiten gebe. So wird im Kifaz St. Martin konkret ein behindertes Kind, für das immer eine Kinderkrankenschwester da sein muss, in einer Regelgruppe mitbetreut.

Doch auch die Rahmenbedingungen kamen nach dem Rundgang im Kifaz zur Sprache. Die Ausbildung von Erzieher/-innen müsse praxistauglich sein und notwendige Instrumente, zum Beispiel für Gespräche und Auseinandersetzungen mit den Eltern, besser vermitteln, sagt die Leiterin Christine Manz. Auch plädiert sie dafür, dass die Sprachförderung „SPATZ“ bleiben müsse und nicht auf das letzte Kindergartenjahr beschränkt sein dürfe. Das Programm „STÄRKE“ soll aus ihrer Sicht nicht nur für Familien aus prekären Verhältnissen eingesetzt werden, da diese Familien sich sonst outen müssten und soziale Stigmatisierung drohe. Für die beiden grünen Abgeordneten Dorothea Wehinger und Andrea Bogner-Unden ermöglichen Kinder-und Familienzentrenten eine gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder. Die Möglichkeit, durch den täglichen Kontakt im Kifaz, auch Frauen mit Migrationshintergrund für Sprachkurse und andere Fortbildungen zu gewinnen, ist eine weiterer Vorteil. Beide fordern außerdem einheitliche Qualitätskriterien für Kifaze sowie deren Evaluation, so dass jedes Kifaz diesen Namen auch verdient und Erzieher/-innen eine entsprechende Anerkennung erhalten.

(Andrea Bogner-Unden MdL)

 

Zurück
20171024_MdL_Bogner-Unden_MdL_Wehinger_Kifaz_Gammertingen_1.jpg
Frau Schnurr, Frau Manz, MdL Bogner-Unden, Bürgermeister Jerg, MdL Wehinger und Frau Fischer-Kuhn (v.l.)
20171024_MdL_Bogner-Unden_MdL_Wehinger_Kifaz_Gammertingen_2.JPG