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Dorothea Wehinger MdL: „Wir stehen erst am Anfang der Energiewende.“

|   Pressemiteilungen 2017

„Mit großem Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass das Windkraftprojekt ‚Kirnberg‘ in Steißlingen des Singener Unternehmens Solarcomplex auf Eis gelegt wurde“, erklärt die grüne Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger zur Entscheidung in dieser Woche. Grund seien Nachforderungen des Landratsamtes und die damit verbundenen weiteren Kosten. „Doch jetzt den Kopf in den Sand zu stecken und vom Scheitern der Energiewende zu reden, das geht gar nicht“, so die grüne Abgeordnete weiter.

Die Bundesregierung und große Teile der bundesdeutschen Bevölkerung haben sich für den Ausstieg aus der Atomkraft hin zur Energiewende durch erneuerbare Energien entschieden. Diese Herausforderung gelte es nun entschlossen anzugehen: „Wir stehen erst am Anfang der Energiewende. Aktuell werden erst knapp 30% des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt. Gelingt die Verkehrswende mit dem Umstieg auf E-Mobilität, könnte sich der Strombedarf um rund 24% erhöhen. Zusätzlich zur Verkehrswende benötigen wir auch eine Wärmewende, d. h. die Umstellung der Wärmeerzeugung auf 100% erneuerbare Energien. Auch dies ist mit einem erhöhten Strombedarf verbunden. Diese Perspektive verdeutlicht, dass wir schnellstmöglich neue, ressourcenschonende Energiequellen erschließen müssen. Das Wissen dazu haben wir, bleibt nur der Wille", betont Dorothea Wehinger.

Das Gelingen der Energiewende basiert dabei im Wesentlichen auf vier Säulen: mehr Windkraft, mehr Photovoltaik, mehr Biogas und vor allem größere Einsparungen. Wind weht überall, auch im Hegau. Windenergie ist nicht nur die kostengünstigste Energieform, sondern auch diejenige mit dem geringsten CO2-Ausstoß pro kWh. Die Installation von Photovoltaikanlagen auf Dächern von Privathäusern und Unternehmen sowie auf unwirtschaftlichen Freiflächen sollte ausgebaut werden. Biogas aus Grüngut und aus der Vergärung von Bioabfällen trägt ebenfalls zur Energiewende bei. Das größte Potenzial liegt jedoch in weiteren Einsparungen in Industrie, Gewerbe, Verkehr und Privathaushalten. „In all diesen Bereichen sollten wir Weltmeister werden. An technischem Know-How mangelt es uns nicht", zeigt die grüne Abgeordnete den weiteren Weg auf.

Im Hinblick auf den Ausbau der Windenergie sind im Jahr 2016 in Baden-Württemberg 120 neue Windkraftanlagen ans Netz gegangen. Mittlerweile sind rund 600 Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 1,1 Gigawatt in Betrieb. Weiterhin wurden im vergangenen Jahr 194 neue Genehmigungen für Windkraftanlagen verzeichnet, die allesamt noch ans Netz gehen werden. Weitere 173 Anlagen mit über 500 Megawatt sind noch im laufenden Verfahren. Dass es im Jahr 2017 keine Neubewilligungen für Windkraftanlagen in Baden-Württemberg geben wird, bedauert Dorothea Wehinger sehr. Hintergrund ist, dass keine Anlage in Baden-Württemberg einen Zuschlag im neuen Ausschreibungsverfahren erhalten hat.

Neben der Art der Stromerzeugung rückt gleichermaßen der Klima- und Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt. Für eine drastische Reduzierung des Ausstoßes an Kohlendioxid ist der rasche Ausstieg aus der Braun- und Steinkohle unerlässlich. Die Verstromung von Braunkohle ist extrem klimaschädlich und hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger.

Dorothea Wehingers Fazit ist daher eindeutig: „Wir stehen erst am Anfang der Energiewende. Daher mache ich mich weiterhin mit Nachdruck für saubere und umweltverträgliche Energien für uns, unsere Umwelt und unsere nachfolgenden Generationen stark."

 

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