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Fachgespräch „Starke Familien: Alleinerziehende nicht alleine lassen“ am 25. Oktober 2018 in Stuttgart

|   Aktuelles 2018

Nahezu ein Fünftel aller Familien in Baden-Württemberg sind Ein-Elternfamilien, der überwiegende Teil der Alleinerziehenden sind Frauen bzw. Mütter. Alleinerziehende sind Familien in konzentrierter Form. Sie haben mit den gleichen Herausforderungen wie alle anderen Familien im Alltag zu tun, jedoch in verstärktem Maße. Die Zuständigkeit für Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf sowie die Sicherung des Familieneinkommens liegt in der überwiegenden Zuständigkeit von einer erwachsenen Person. Diese Lebenskonstellation ist daher besonders verletzlich und ökonomisch anfällig. Nicht zuletzt tragen Alleinerziehende und ihre Kinder das höchste Armutsrisiko in Deutschland und auch in Baden-Württemberg.

Vor diesem Hintergrund hat Dorothea Wehinger MdL als Sprecherin für Frauen, Kinder und Familie der Fraktion GRÜNE im Landtag am 25. Oktober zum Fachgespräch Alleinerziehende in den Landtag eingeladen, um die besondere Lebenslagen und Problemstellungen von Alleinerziehenden zu beleuchten und gemeinsam gezielte Maßnahmen zur Unterstützung Alleinerziehender zu erarbeiten.

Ergebnis der Fachvorträge und der Diskussionsrunde: Es bedarf mehr und umfassende Beratungsstellen für Alleinerziehende und weniger Bürokratie. Eine bezahlbare und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ist gerade auch in Rand- und Notzeiten und während Ferien von großer Bedeutung. Arbeitgeber müssen flexiblere und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle für erwerbstätige Mütter und Väter anbieten, um die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf gewährleisten zu können. Alleinerziehende benötigen niederschwellige Hilfen im Alltag zur Entlastung und insbesondere im Krankheitsfall. Änderungen in der Steuerpolitik und im Sozialrecht sind auf Bundesebene dringend notwendig, um Alleinerziehende auch finanziell besser zu stellen. Durch die Einführung einer Kindergrundsicherung könnte das Existenzminimum der Kinder unabhängig vom Einkommen der Eltern gedeckt werden.

Fazit von Dorothea Wehinger: „Wir dürfen Alleinerziehende nicht alleine lassen. Als Leistungsträger*innen in unserer Gesellschaft benötigen sie eine stärkere Unterstützung und Entlastung, um den Spagat zwischen Erziehungs- und Erwerbsarbeit meistern zu können. Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein, weder in Paar- noch in Ein-Elternfamilien. Es sind weitere Anstrengungen auf allen politischen Ebenen notwendig, dafür setze ich mich ein.“

 

Referentinnen des Fachgesprächs:

  • Prof. Christel Althaus, Vorsitzende des Landesfamilienrats Baden-Württemberg
  • Dr. Christine Finke, Journalistin, Autorin und Bloggerin www.mama-arbeitet.de/
  • Maria Schneider Vega, Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Stuttgart, Beratung für Schwangere und alleinerziehende Frauen
  • Dr. Astrid Koberstein-Pes, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Jobcenter Landkreis Konstanz
  • Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin Verband alleinerziehende Mütter und Väter (VAMV) Landesverband Baden-Württemberg e. V.
  • Bärbl Mielich MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration

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Die Präsentationen und Abstracts der Referentinnen finden Sie hier:

Dokumentation zum Fachgespräch "Starke Familien: Alleinerziehende nicht alleine lassen"

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v.l.: Dr. Astrid Koberstein-Pes, Dr. Christine Finke, Brigitte Rösiger, Dorothea Wehinger MdL, Bärbl Mielich, Maria Schneider Vega