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Fachgespräch zum Thema Kinderarmut in der Fraktion GRÜNE im Landtag

|   Aktuelles 2017

Als Sprecherin für Frauen, Kinder und Familie hat Dorothea Wehinger gemeinsam mit ihrem Kollegen Thomas Poreski zu einem grünen Fachgespräch zum Thema „Starke Familien – Kinder stärken: Strategien gegen Kinderarmut“ am Donnerstag, 16. November 2017 in das Haus der Abgeordneten eingeladen. Auch das Netzwerk Kinderchancen aus Singen war zu Gast.

In Baden-Württemberg gelten 19,4% der Unter-18-Jährigen als armutsgefährdet, darunter sind mit 48% Kinder und Jugendliche aus Einelternfamilien (Amtl. Sozialberichterstattung 2016: Armutsgefährdungsquote nach soziodemografischen Merkmalen in % gemessen am Landesmedian). Kinderarmut bezieht sich dabei nicht nur auf die materielle Einkommenssituation der Eltern, sondern hat auch immer eine soziale, kulturelle und gesundheitliche Dimension. Vor diesem Hintergrund diskutierten die knapp 60 Teilnehmer*innen des Fachgesprächs wirksame Strategien zur Prävention und nachhaltigen Bekämpfung von Kinderarmut in Baden-Württemberg.

Nach einem Grußwort von Staatssekretärin Bärbl Mielich aus dem Ministerium für Soziales und Integration analysierte Prof. Christel Althaus, Vorsitzende des Landesfamilienrats Baden-Württemberg, in ihrem Impulsvortrag die Ursachen und Auswirkungen von Kinderarmut und zeigte entsprechende Handlungsnotwendigkeiten auf. Anschließend stellten Bürgermeisterin Monika Müller das Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut in Pforzheim-West, Udo Engelhardt, stv. Vorsitzender, das Netzwerk Kinderchancen in Singen und Elisabeth Stauber, Familienbeauftragte, den Runden Tisch gegen Kinderarmut in Tübingen als jeweilige lokale Best-Practice-Beispiele vor. Alle drei kommunalen Initiativen wurden oder werden aktuell vom Ministerium für Soziales und Integration als Modellprojekte gefördert. Gemeinsam ist Initiativen, dass sie jeweils vor Ort versuchen, den betroffenen Kinder und Jugendlichen durch verschiedene Projekte und Ermäßigungen die aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und die negativen Auswirkungen von Kinderarmut zu minimieren.

Dorothea Wehingers Fazit zum Fachgespräch: „Als Sprecherin für Frauen, Kinder und Familie liegt mir die Bekämpfung von Kinderarmut besonders am Herzen. Jedes Kind, das in Armut aufwächst, ist eines zu viel. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, den Kreislauf der Vererbung von Armut zu durchbrechen und allen Kindern, unabhängig von der sozialen Herkunft, die gleichen Chancen zu ermöglichen. Kinderarmut ist zumeist Familienarmut. Hier gilt es in vielfältiger Weise anzusetzen, z. B. durch die Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien, flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten, eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf und Mobilitätszuschüssen für Benachteiligte. Weiterhin ist der Aufbau von lokalen Präventionsketten gegen Kinderarmut durch eine Vernetzung der Akteure vor Ort wichtig. Solche kommunalen Initiativen können durch eine Anschubfinanzierung von Landesseite unterstützt werden. Die wertvollen Erkenntnisse des Fachgesprächs werde ich als weiteren Impuls für meine Wahlkreisarbeit als auch in die weiteren Beratungen innerhalb der Fraktion mitnehmen und mich dort mit Nachdruck für eine wirksame Bekämpfung der Kinderarmut in Baden-Württemberg einsetzen.“

 

Hintergrundinformationen zu den kommunalen Initiativen gegen Kinderarmut:

 

 

Weiterführende Informationen zu den Maßnahmen der Landesregierung zur Prävention und Bekämpfung von Kinderarmut:

 

Weitere Fotos gibt es in der Bildergalerie

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v.l.: Thomas Poreski MdL, Dorothea Wehinger MdL, Elisabeth Stauber, Udo Engelhardt