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Fridays for Future: Demo in Singen

|   Aktuelles 2019

Bei der Demo und Kundgebung von Fridays for Future in Singen am Freitag, 27. September 2019 war Dorothea Wehinger mit einem Redebeitrag dabei:

 

Seid alle herzlich gegrüßt zu dieser Kundgebung der Bewegung Fridays for Future.

Danke an alle, die dies organisiert haben.

Ich möchte mit Greta Thunbergs Buchtitel starten:

„Ich will, dass ihr in Panik geratet“

Solche Ambitionen hatte ich auch, als ich 1980 zu meiner 1. großen Demo nach Bonn, damals noch Bundeshauptstadt, in einem Sonderzug voller hauptsächlich junger Menschen, fuhr.

Grund dafür war, lautstark gegen die Atomkraft zu demonstrieren.

Auch wir hatten damals große Angst und fragten uns, wie sieht unsere Zukunft aus?

Droht uns der atomare SuperGau?

Unser langanhaltender Protest hat sich gelohnt, Atomkraftwerke wurden und werden vollends abgeschaltet, auch wenn es lang gedauert hat.

Diese lange Zeit haben wir heute nicht mehr, sonst läuft sie uns davon.

Ich bin stolz auf euch, dass ihr endlich wach geworden seid und Maximalforderungen bzgl. Eindämmung des Klimawandels stellt, das ist euer Recht als junge Menschen.

Aber, und dazu fordere ich euch auf, entwirft Zukunftsbilder, die aufzeigen, wie unser Leben in all ihrer Vielfalt neu aussehen könnte, und die uns Mut machen, diese Veränderungen anzugehen,

So wünsche ich mir und hoffe, dass Entscheider*Innen der Politik in der EU, im Bund und Ländern die Standards setzen, um die Ziele zu erreichen, ebenso Entscheider in Wirtschaft und Gewerbe, Frauen und Männer, Junge und Alte,

Verantwortung übernehmen und alles dafür tun, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.

Diese Herausforderung wird die größte unserer Zeit sein, wir haben die Wahl.

Das wird aber nicht ohne Verzicht und Umdenken gehen.

Wir müssen weg von schneller, größer, teurer, mehr.

Wir brauchen nicht nur E-Autos, sondern das ganze Verkehrssystem muss sich ändern.

Wir müssen die Anzahl der Autos stark reduzieren, und die, die wir brauchen, dann kleiner und leichter bauen.

Es muss chic werden, kein Auto zu haben, dafür Bus, Bahn und Fahrrad zu benutzen oder einfach mehr zu Fuß zu gehen. Mit innovativen Ideen werden wir Angebote kreieren für unsere Mobilität, auf die wir ja nicht gänzlich verzichten können.

Oder Wohnen: wir haben noch nie so viel Wohnraum beansprucht wie heute.

Was zur Folge hat, dass wir immer mehr Land zubauen. Auch da müssen wir wieder bescheidener werden.

So könnte ich noch viele Beispiele nennen für die Bereiche Ernährung, Bekleidung, Freizeit, Konsum.

Es geht bei all diesen genannten Punkten nicht darum, dass wir auf alles Erfreuliche und Schöne verzichten müssten, sondern um mehr Bewusstheit über unser Tun und darüber, in welchem Zusammenhang das steht.

Unser Motto muss lauten: weniger ist mehr.

Ich bin überzeugt, dass wir dabei nur gewinnen können, für uns selbst, unsere Natur und Umwelt, für unser aller Zukunft.

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Fotos: Büro Wehinger