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Mein Traum ist es, selbst Imkerin zu werden

|   Aktuelles 2018

Am letzten Wochenende, 21./22. April fand in Stockach der Badische Imkertag 2018 statt. Dorothea Wehinger hielt am Sonntag ein Grußwort und würdigte dabei die wertvolle Arbeit der Imkerinnen und Imker für Natur und Gesellschaft. Sie wies daraufhin, dass die Bienen nicht nur den bei uns sehr beliebten Honig produzieren, sondern vor allem eine zentrale Rolle bei der Bestäubung unserer Wild- und Kulturpflanzenarten spielen. Allein die Bestäubungsleistung der Honigbienen werde auf 3 Mrd. Euro geschätzt.

„Deshalb freut es mich sehr, dass sich immer mehr Menschen für die Imkerei interessieren und in den Anfängerkursen auch immer mehr weibliche Teilnehmerinnen dabei sind.“

Neben diesen positiven Nachrichten hielt sie aber auch ganz klar fest: „Der dramatische Rückgang der Insekten um bis zu 80 % in den letzten 15 Jahren bringt die Ernährung von Millionen Menschen in Gefahr. Denn ohne „Bestäuber“ können zahlreiche Lebensmittel nicht mehr oder nur unter kostenintensiven Umständen produziert werden. Es mag für manche ein schleichender Prozess sein, aber die Entwicklung ist dramatisch. Und die Arbeit ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden – durch Pestizide und Krankheiten verursachtes Bienensterben und immer weniger Blühflächen stellen die Imkerinnen und Imker vor immer größere Herausforderungen. Manche mögen diese Tatsachen als „Fake News“ bezeichnen oder meinen es gehe uns Verbraucher nichts an. Wir Grünen sehen das aber ganz anders!“

Darüber hinaus wies sie darauf hin, dass das Insektensterben mit der Veränderung unserer Kulturlandschaft zusammenhängt: “Immer größer werden die Flächen, immer mehr Monokulturen entstehen. Strukturreiche Landschaften werden vernichtet, Biotope zerstört und der Einsatz von Pestiziden – genannt seien hier Glyphosat und die Neonicotinoide schädigen unsere Insekten und besonders die Wild- und Honigbienen.“

Mit dem Klimawandel kämen zusätzliche Probleme für die Imkerinnen und Imker hinzu – durch die Ausbreitung der Varroa-Milbe und der asiatischen Hornisse würden zusätzliche Gefahren für die Bienen entstehen.

Weiterhin betonte sie, dass die Landesregierung die Stärkung der biologischen Vielfalt als dringendste Aufgabe der Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftspolitik sehe:“ Mit dem ‚Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt‘ stehen dazu in den kommenden beiden Jahren rund 36 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld wird beispielsweise ein Insekten-Monitoring aufgebaut, Blühstreifen zusätzlich gefördert und eine Pestizidreduktionsstrategie auf den Weg gebracht!“

Zum Schluss appellierte sie auch an die GartenbesitzerInnen, ihren Beitrag zu leisten, und in ihren Gärten blühende Bäume, Sträucher und Blumen anzupflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern ein großes Nahrungsangebot für alle Insekten bieten. Und das geschieht vor allem durch heimische Blumen und Pflanzen.

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Imkertag_2018.jpg
Dorothea Wehinger und Stefan Leichenauer