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NABU startet große Vogelzählaktion zum Muttertags-Wochenende: Eine Stunde lang die Vogelwelt vor der Haustüre beobachten – Tipps für mehr Lebensräume

Erstellt von NABU Baden-Württemberg | |   Aktuelles 2019

STUTTGART– Insekten weg – Vögel ade? Das will der NABU Baden-Württemberg genau wissen. Bundesweit sind vom 10. bis 12. Mai zur 15. Stunde der Gartenvögel alle, Groß und Klein, aufgerufen, bei der wichtigen Vogel-Volkszählung in Gärten, Grünanlagen und Parks mitzuhelfen.

Zwar geht der Insektenbestand zurück, doch könnten Insektenfresser wie Zaunkönig und Rotkehlchen vom mildwarmen Frühjahr 2019 profitieren. „Einige Vogeleltern haben dieses Jahr einen Frühstart hingelegt. Viele heimische Brutvögel, wie Kohl- und Blaumeise oder Haus- und Gartenrotschwanz sitzen bereits brütend auf den ersten Eiern oder ziehen sogar schon Jungvögel groß. Hier hat das warme Frühjahr gewirkt. Doch wie geht es den Jungen angesichts des erneuten Kälteeinbruchs?“, fragt sich der NABU-Fachbeauftragte für Ornithologie, Dr. Stefan Bosch. Daher ist Vogelexperte Bosch sehr gespannt auf die Zählergebnisse und rechnet diesmal mit mehr flüggen Jungvögeln.

Jedes Jahr hat seine ganz eigene Kombination an Faktoren, die sich auf die Vogelwelt auswirken. Wetterereignisse, Krankheiten, veränderte Bewirtschaftung von Flächen und das verfügbare Futter wechseln von Jahr zu Jahr und können großen Einfluss auf den Bruterfolg und die Überlebenschancen einzelner Vogelarten haben. Vom Mastjahr 2018, das im Winter zu weniger Flugverkehr am Futterhäuschen geführt hatte, profitierten die Liebhaber von Bucheckern und anderen Baumsamen, wie Buchfink und Kohlmeise. „Für den Amselbestand war 2018 dagegen ein schlimmes Jahr, mit dem bislang größten Ausbruch der Usutuviren, vor allem in Norddeutschland, aber auch hier im Südwesten. Die Stunde der Gartenvögel wird zeigen, wie stark der Brutbestand unter der Infektionskrankheit gelitten hat“, erklärt Bosch.

Wie sich die Vogelbestände in unseren Dörfern und Städten insgesamt über die Jahre entwickelt haben, zeigt die Auswertung aus 15 Jahren „Stunde der Gartenvögel“, die jetzt als Broschüre erschienen ist. Unter www.NABU.de/15-jahre-sdg kann man sie downloaden.

Der NABU Baden-Württemberg hofft auf mindestens genauso viele fleißige Vogelbeobachterinnen und -beobachter wie vergangenes Jahr. Da hatten im ganzen Südwesten 6.888 Vogelfreundinnen und –freunde aus 4.284 Gärten rund 142.000 Vögel gemeldet. Mitmachen ist ganz einfach: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, vom Balkon oder Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können per Post oder im Internet auf www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden. Telefonisch geht das auch: Eine kostenlose Rufnummer ist am 11. Mai von 10 bis 18 Uhr unter Tel.: 0800.115 71 15 geschaltet. Für kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ vom 6. bis 10. Mai ins Leben gerufen. Weitere Infos unter www.NAJU.de/sdg.

NABU-Gartentipp für mehr Biodiversität:

Jede und jeder kann die Gartenvögel und ihre Leibspeise zur Brutzeit – die Insekten – durch ein paar Maßnahmen vor der eigenen Haustüre unterstützen: Bienenweiden, Wasserstellen, Insektenhotels und Totholz im Siedlungsbereich wirken sich positiv auf die Artenvielfalt aus.

•           Bienenweide oder Staudenbeet: Bunte Staudenbeete oder eine Blumenwiese sind ein echter Blickfang im naturnahen Garten und bietet vielen Schmetterlingen und anderen Kleintieren Verstecke, Unterschlupf und Nahrung.

•           Vogeltränke oder Wasserstelle: Mit einer Tränke lädt man Vögel und Insekten in den Garten oder auf den Balkon ein und kann sie beim Baden und Trinken beobachten. Ein einfacher Blumentopf-Untersetzer oder ein ausrangierter Suppenteller mit klarem Wasser reicht aus. Bitte auf Sauberkeit achten.

•           Totholz: Viele Käfer, aber auch Wildbienenarten und andere Insekten freuen sich über einen Totholz- oder Reisighaufen im Garten. Auch auf dem Balkon ist ein kleineres Totholz-Arrangement möglich.

•           Insektenhotel: Ein artgerechtes Insektenhotel kann von großen und kleinen Insekten genutzt werden. Dabei auf saubere Bohrungen achten. Mit einer Sandkiste unterstützt man die vielen Wildbienen, die ihr Nest in sandigen Boden graben.

•           Weitere Tipps im Projekt Blühende Gärten: www.blühendegärten.de

 

Weitere Infos:

 www.stundedergartenvoegel.de.

Vogelkundliche NABU-Führungen am Wochenende

 www.NABU.de/vogelwelt

 www.nabu.de/vogelfuehrer

        

(Pressemitteilung des NABU Baden-Württemberg)

 

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Feldlerche - Vogel des Jahres 2019 (Bild: NABU Baden-Württemberg)